Bericht Sommerausflug 2017

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Der Sommerausflug des Oberbergischen Blinden- und Sehbehindertenvereins fand am Samstag, dem 16. September statt.

Morgens ab 9.30 Uhr ging es los. Der Bus fuhr die gewohnten Sammelpunkte an, so dass schließlich insgesamt 24 Personen an Bord waren. Leider gab es kurzfristig einige krankheitsbedingte Absagen, von der auch der 1. Vorsitzende nicht verschont blieb.

Daher begrüßte der 2. Vorsitzende alle Teilnehmer vor der Weiterfahrt.

 

Pünktlich trafen wir am Schiffsanleger in Bonn ein, denn für 11.50 Uhr waren wir für eine besondere Schifffahrt auf dem Rhein angemeldet. Die “Rheinsinne-Tour” wurde nämlich speziell für blinde und sehbehinderte Besucher entwickelt.

 


Foto: Das Schiff am Bonner Rheinufer “Filia Rheni”

 

Eine Gästeführerin begrüßte uns an Bord, nachdem alle die reservierten Plätze eingenommen hatten. Das Schiff war sehr voll und dadurch entstand eine heftige Geräuschkulisse. Die Gästeführerin war leider trotz eines Mikrofons und eines Lautsprechers von manchen teilweise, von einigen gar nicht zu verstehen. Die Dame war trotz der widrigen Umstände sehr bemüht, der Gruppe Informationen zu vermitteln.

Foto: Die Gästeführerin

Nach dem ersten Teil wurde das Mittagessen serviert. Es gab für alle eine Kapitänsplatte, die aus sehr schmackhaften kalten Speisen wie Wurst und Käse oder Kartoffelsalat und Brot bestand.


Foto: Das Mittagessen

 

Auf der Fahrt bis nach Linz und wieder zurück kam das Schiff an vielen geschichtsträchtigen Orten vorbei. Zu nennen wären unter anderem der Drachenfels, auf dem Siegfried den Drachen tötete oder auch die nach König Roland benannten Orte Rolandseck und Rolandsbogen. Die Gästeführerin erläuterte auch, warum die rechte Rheinseite immer die “schäl Sick” genannt wird. Und zwar trugen die Pferde früher Augenklappen, wenn sie am rechten Ufer entlang ritten, damit sie nicht von der Sonne geblendet wurden. Sie mussten daher schielen, um etwas sehen zu können.

 

Die Rheinsinne-Tour bestand aber nicht nur aus diesem Teil. Zusätzlich verteilte die Gästeführerin drei unterschiedliche Gesteinsproben, die abgetastet werden konnten Darüber hinaus gab es mehrere Geruchsproben, bestehend aus verschiedenen Fruchtaromen, die sich alle im Wein wiederfinden, der in dieser Region angebaut wird. Mit einer Weinprobe folgte dann auch ein praktischer Teil, damit die Aromen auch mal auf der Zunge gespürt werden konnten.


Foto: Gesteine

 


Foto: Geruchsproben

Gegen 16 Uhr legte das Schiff wieder in Bonn an. Nachdem alle wieder im Bus saßen, ging es weiter zum Gasthof Stommel in Much. Dort warteten eine Gulaschschsuppe und ein Dessert auf die Gruppe. Mit dieser letzten Stärkung ging der Ausflug zu Ende.


Foto: Gruppenfoto vor dem Bus

 


Die junge Busfahrerin, die uns sicher gefahren hat.

 

Weitere Fotos:

Die Vereinsmitglieder auf dem Boot und im Gasthof Stommel:



 


 


 


 

Es folgen weitere Fotos vom Schiff:

 


 


Bericht vom Grillfest 2017

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Das Grillfest Des Oberbergischen Blinden- und Sehbehindertenvereins fand am Mittwoch, dem 05.07.2017 Ab 12 Uhr auf dem Ponyhof Knotte in Wiehl-Hübender statt.

 

Bei herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen stand die Außenterrasse für uns bereit. Der Vereinsvorsitzende konnte insgesamt 31 Teilnehmer begrüßen, davon 15 Vereinsmitglieder. Darüber hinaus begrüßte er einen Alleinunterhalter, der von Beginn an für die musikalische Untermalung sorgte.

 

Nachdem alle mit Getränken versorgt waren, wurde der Grill aufgeheizt und das Grillgut zubereitet. Zusätzlich gab es noch mehrere Salate und Brot. Die sehr schmackhaften Speisen fanden reichlich Absatz.

 

Nach dieser ersten Stärkung ging es mit einer Planwagenfahrt weiter. Da einige Teilnehmer im Vorfeld angaben, an dieser Fahrt nicht teilnehmen zu wollen, war ein Wagen völlig ausreichend.

Die Nicht-Mitfahrer vertrieben sich die Zeit mit einem Spaziergang durch’s Pferdedorf Hübender. Dabei kamen auch die Vierbeiner zu ihrem Recht.

 

Nach einer Stunde trafen die Planwagenfahrer Wieder auf dem Ponyhof ein. Dort wartete bereits mit Kaffee & Kuchen die zweite Stärkung auf die Gruppe. Auch der Alleinunterhalter gab noch zwei Stunden lang sein Bestes. Gegen 17 Uhr klang das Fest langsam aus. Herr Aha verabschiedete alle und dankte dem Ehepaar Knotte für die Organisation eines schönen Grillfestes.

 

Von dieser Veranstaltung gibt es leider kein Bildmaterial.

Bericht aus der Oberbergischen Volkszeitung vom 14.12.2016

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Sensibel sein und ganz viel reden

Krankenpflegeschüler hatten Besuch vom Blinden- und Sehbehindertenverein

Lisa hebt die Hand, denn sie hat eine Frage. Dann stutzt die junge Frau und beginnt, in den Klassenraum zu sprechen – ohne dass sie dazu aufgerufen wurde. Denn derjenige, dem sie die Frage stellen wollte, ist blind.

Genau darum geht es an diesem Tag in den Räumen des Gesundheits- und Bildungszentrums des Kreiskrankenhauses Gummersbach: um den Umgang mit blinden oder sehbehinderten Menschen.

Bodo Isenhardt, stellvertretender Vorsitzender des Oberbergischen Blinden- und Sehbehindertenvereins, ist mit seiner Partnerin Christine Wosnitza und Führhund Ronja zu Gast, um den Krankenpflegeschülern im ersten Ausbildungsjahr praktische Tipps zu geben.

Aus der Praxis heraus lernen

Dirk Broß, Leiter des Gesundheits- und Bildungszentrums, begrüßt den Besuch: „Für die Schüler ist es gut, wirklich aus der Praxis heraus zu lernen, Betroffenen ihre Fragen stellen zu können.“

Isenhardt und Wosnitza beantworten alle diese Fragen, beeindrucken die Schüler aber auch mit praktischen Übungen mit Augenbinden und Simulationsbrillen. Lisa Odenthal (19) und Ina Iwaskewitsch (17) sind in der ersten Gruppe, die mit Wosnitza übt.

Ina versucht es mit der Augenbinde. Schlagartig ist die sichtbare Welt verschwunden, besteht nur noch aus Geräuschen. „Ich war plötzlich regelrecht ängstlich, total unsicher“, sagt sie. Von Christine Wosnitza wird sie vorsichtig durch eine Tür geführt. „Unglaublich – selbst das ging mir zu schnell“, ist die Schülerin beeindruckt. Lisa macht die Erfahrung, dass schon eine schwere Erkrankung der Augen ein großes Handicap sein kann. Nachdem sie die Simulationsbrille
abgesetzt hat, erklärt sie: „Es fiel mir richtig schwer, mich zu konzentrieren. Ich habe mich ziemlich hilflos gefühlt.“

Die Schüler sollen das Fingerspitzengefühl entwickeln, Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung bei einem Krankenhausaufenthalt einerseits zu helfen, ihnen aber andererseits die größtmögliche Selbstständigkeit zu erhalten.

Darauf hofft Bodo Isenhardt, der viel aus seinem Alltag erzählt. So legt er den jungen Leuten ans Herz, immer mit den Patienten zu reden, keine Scheu zu haben, sie zu nerven. „Für uns ist es zum Beispiel ganz wichtig zu wissen, wo die Medikamente abgelegt wurden. Selbst beim Essen ist es hilfreich, wenn man erfährt, was wo auf dem Teller liegt. Also lieber zu viel als zu wenig erklären.“ Den Schülern müsse klar sein, dass ein Blinder einen höheren Bedarf an Betreuung habe, zu den Untersuchungen geführt werden müsse.

„Fassen sie denjenigen, der geführt werden soll am Ellbogen oder, an Engstellen auf dem Weg, an der Hand und erklären sie ihm genau, was er tun soll, in welche Richtung es geht“, erklärt Wosnitza. Bei Treppen sollen die Schüler die erste und letzte Stufe ansagen, der Geführte sollte einen halben Schritt hinter dem Führenden gehen, um sich zu orientieren.

Es sind im Grunde leicht umsetzbare Tipps, die Isenhardt und Wosnitza den jungen Leuten mitgeben – aber sie können das Leben blinder und sehbehinderter Menschen sehr erleichtern.

Mit der Augenbinde erfuhren die Schüler, was es heißt, blind zu sein.

Von Katja Pohl